Ein Rollstuhl.

Meine Frau hat Krebs, Lungenkrebs um genau zu sein. Wer meinen alten Weblog unter delijo.de als Feierabendlektüre missbrauchte ist informiert und auf dem Laufenden. Jedem, der nicht Bescheid weiß, empfehle ich den Artikel Das Arschloch ist immer noch da, dann brauche ich nämlich nicht die ganze Krankengeschichte hier niederschreiben.

Auf jeden Fall ist es nun soweit, das wir verschiedene Hilfen in welcher Form auch immer in Anspruch nehmen wollen. Dafür bedarf es, wie sollte es anders sein, verschiedener Anträge, die bei unterschiedlichen Ämtern, Institutionen und Behörden gestellt werden müssen.

Da wäre als erstes ein Rollstuhl, der in erster Linie für die Fahrten von und zu den Bestrahlungen sowie für die Immuntherapie gebraucht wird. Meine Frau ist nämlich mittlerweile sehr kurzatmig und da dachten wir das es das Beste ist, wenn wir solch einen Rollstuhl haben, um die Wege vom Taxi bis zur Behandlung zu überbrücken. Natürlich werden wir ihn auch einsetzen wenn wir privat irgendwo hinfahren wollen.

Vor ein paar Tagen waren wir also bei unserem Hausarzt und schilderten die Problematik. Der gute Mann stellte sofort ein Rezept aus, mit dem ich noch am selben Tag zu unserer Krankenkasse fuhr. Ich hatte schon befürchtet das wir nun einen unendlich langen Antrag ausfüllen dürfen, der mit der Beibringung irgendwelcher Arztberichte, die einer bestimmten Norm genügen müssen um anerkannt zu werden, untermauert werden muss.

Aber weit gefehlt. Der freundliche Mitarbeiter unserer Krankenkasse überflog nur kurz das Rezept und erklärte das er das Rezept an die zuständige Abteilung weiterleiten würde. Fertig! Aha!?!

Ziemlich perplex und überrascht von dieser schnellen und unbürokratischen Handlungsweise fuhr ich wieder nach Hause, doch mit dem dumpfen Gefühl und einer leisen Vorahnung, das dies bestimmt nicht glatt läuft und das Rezept garantiert verloren geht auf dem Weg durch die Bürokratie hin zu der Hilfsmittel-Abteilung.

Tja, mein Gefühl war diesmal erfreulicherweise falsch! Gestern war ein Brief der Krankenkasse im Briefkasten, mit der Genehmigung des Rollstuhls und einer Auflistung diverser Sanitätshäuser in der näheren Umgebung, von denen wir eins frei wählen können. Da entscheiden wir uns doch spontan für meinen Arbeitgeber, die Firma SMB – Sanitätshaus Müller Betten GmbH in Engelskirchen.

Da wir bis jetzt noch nie Probleme hatten Leistungen, Hilfsmittel, Medikamente oder Behandlungen in Bezug der Erkrankung meiner Frau geltend zu machen beziehungsweise genehmigt zu bekommen habe ich so langsam das Gefühl das unser Gesundheitssystem bei solch schwerwiegenden Krankheiten, bei denen es um Leben und Tod geht, doch recht gut funktioniert und das allen Beteiligten, seien es Ärzte, das Pflegepersonal oder die Mitarbeiter von Apotheken oder Krankenkassen, ehrlich daran gelegen ist, es dem Patienten so angenehm wie möglich zu machen und auch die Angehörigen nicht mit Bürokratie unnötig zu belasten.

In den nächsten Tagen werden wir noch weitere Leistungen und Befreiungen beantragen. Ich bin guter Dinge, das auch diese so unkompliziert und schnell von den verantwortlichen Stellen bearbeitet werden.

Unsere Krankenkasse ist übrigens die Techniker Krankenkasse, die ich jedem nur wärmstens empfehlen kann.

2 Antworten auf „Ein Rollstuhl.“

  1. Boah ich bin überrascht. Ich dachte jetzt kommt ein Beitrag über viele Anträge und besuche bei den zuständigen Stellen, sowie endloser bürokratie. Und dann lese ich ‚zack‘ „wir haben den Rollstuhl“.
    Freut mich für euch das es so schnell ging, und ich drücke die Daumen das es bei den nächsten Anträgen auch so ist.

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