10.11.2017

Gestern Abend war nach langer langer Zeit ein sehr sehr alter Freund hier, mein Trauzeuge! Er kam zum reden, was sonst. Die ganze Zeit las er hier und bei Facebook still mit. Gestern meldete er sich dann, ob wir uns mal irgendwann zu einem Kaffee treffen wollen. Eine knappe 3/4 Stunde später stand er vor meiner Tür. Da war es irgendwas um halb Neun Uhr Abends. Es wurde spät…

Ich weiß es nicht genau, doch es ist eine gefühlte Ewigkeit her, das wir uns das letzte Mal gesehen haben; und dann auch nur auf Geburtstagen anderer Freunde, so dass wir nie richtig quatschen konnten.

Er hat auch eine sehr schlimme Zeit hinter sich und so erzählte er mir, das es sich bei ihm fast genauso abgespielt hat. Eine neue Beziehung, Schuldgefühle, umtriebig, nicht belastbar, völlig durch den Wind. Wieder Single, auseinander, zusammen, auseinander, zusammen usw. Bis das er irgendwann das Gespräch mit seiner Freundin suchte, ihr sein Gefühlschaos erklärte und endgültig Abstand nahm. Das dauerte um die zwei Jahre, wenn ich ihn richtig verstanden habe. Heute sind sie ein Paar und glücklich, auch wenn er immer noch seine eigene Wohnung hat.

Das zeigt mir, das es vielleicht gar nicht so ungewöhnlich ist, was ich gerade durchmache. Vielleicht gehört das ja alles dazu, zu der Trauer.Auf jeden Fall war es toll und hilfreich, das mein Freund den Weg wieder zu mir gefunden hat. Wir wollen nun versuchen uns wieder öfters zu sehen bzw. den Kontakt zu halten.

Ich chattete heute wieder kurz mit meiner Freundin und wir gehen nun auf Abstand zueinander, auch wenn es hart ist, vor allem für sie. Doch wenn wir das nun so weiter machen würden mit dem hin und her, würde die Situation irgendwann eskalieren. So werde ich jetzt sehen, das ich wieder in die Spur komme, den Tod meiner Frau verarbeite und lerne, mit der Trauer und dem Schmerz zu leben.

Mein vorrangiges Ziel ist es die Reha zu bekommen und diese Therapie durch zu ziehen. Ich hege ja die Hoffnung, das ich bei der Reha Techniken und Verhaltensweisen lerne, durch deren Anwendung ich besser meinen Alltag bewältigen kann. Auch diese innere Unruhe will ich wieder in den Griff bekommen. Vielleicht kann ich ja bei der Reha autogenes Training oder Yoga lernen.

Die Tage sah ich bei Facebook ein Video von Hornbach, wie eine Vase getöpfert wird. Im Hintergrund lief entspannende Musik, das hat mir sehr gut gefallen. Töpfern wäre vielleicht auch eine gute Therapie, oder drechseln.

Sonst ist zu Hause alles ruhig und harmonisch. Bis dann!

4 Gedanken zu „10.11.2017“

  1. Die Zeit heilt Wunden und bringt Rat. Ich weiss wovon ich rede, auch ich war nach Schicksalsschlägen 14 Jahre!!! Single und bin heute glücklicher denn je.. Ich hatte nicht mehr daran geglaubt, hatte Depressionen und Suicidgedanken. Ich möchte Dir Mut machen. Good luck und viel Kraft. Susi

  2. Hallo du, warum machst du denn keinen Kurs. Die Krankenkassen bieten z. B. Präventionskurse an. Da gibt es auch Yoga und/oder autogenes Training – und die Kosten übernehmen die meisten Kassen bei regelmäßiger Teilnahme. Oder es gibt auch Einrichtungen, die Einsteigerkurse anbieten…das wäre zumindest eine Alternative, die Wartezeit zu überbrücken….oder? LG

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