05.11.2017

Gestern schrieb ich nicht, weil meine Freundin hier war. Nach drei Wochen das erste Mal wieder, auf Einladung von mir. Nach meinem Artikel von Vorgestern war die Stille hier für mich unerträglich. So nahm ich Kontakt zu ihr auf und lud sie ein. Mitten in der Nacht kam sie und wir redeten bis heute Mittag, bis das sie wieder gefahren ist.

Wir redeten über uns, über mich, über sie, über meine verstorbene Frau Beate, über die Kinder, über andere Menschen aus unserem Umfeld, über Gott und die Welt.

Wir redeten darüber warum ich vor drei Wochen eine Trennung wollte und auch darüber, wie es nun weitergehen soll mit uns.

Es half klarer zu werden, doch sind noch sehr viele Fragen offen, sehr viele Ängste präsent, viele kleine Schritte zu gehen. Der erste Schritt wird sein, das ich mir externe Hilfe suche, damit ich besser mit meiner Trauer zurecht komme und lerne, mit meinem Verlust zu leben.

Meine Freundin steht zu mir und hilft mir, lässt mir die Zeit die ich brauche und versucht, mich nicht mehr einzuengen oder zu etwas zu treiben, was ich nicht will. Das tat sie bis jetzt aus ihrer Sicht auch nicht, doch ich empfand es bei manchen Dingen so. Dabei machte ich den Fehler nichts zu sagen, um sie nicht zu verletzen. Wie heißt es so schön:

„Wer redet, dem kann geholfen werden!“

Bei Facebook liest man als Beziehungsstatus oft „es ist kompliziert“. Habe ich nie verstanden. Entweder man ist zusammen oder man ist es nicht. Heute weiß ich, das es diesen merkwürdigen Status durchaus geben kann, auch wenn ich unseren eher als „stand by“ bezeichnen würde.

Es ist alles offen, nichts mehr geplant. Wir lassen uns überraschen wohin die Reise geht, wenn ich besser mit meiner Trauer umgehen kann und ich nicht mehr so dünn häutig bin.

2 Gedanken zu „05.11.2017“

  1. Lieber Ludger, ich lese immer still mit…ich kenn euch beide und hatte mich anfangs schon darüber gewundert, dass es nach dem schmerzlichen Verlust deiner Frau so „schnell“ ging. Aber manchmal ist das so,…wie sagt man immer so schön: Wo die Liebe hinfällt…Ich habe mich für euch beide sehr gefreut und eure Bilder waren immer „frisch verliebt“. Das die Trauer dich nun eingeholt hast zeigt mir, dass mein erster Gedanke nicht ganz falsch war. ABER….gebt euch Zeit…ich finde es gut, dass du dir externe Hilfe holen möchtest und ich hoffe, es hilft dir alles noch einmal richtig zu verarbeiten. Und ich bin mir ziemlich sicher das Tanja wartet – bis der Zeitpunkt für einen Re-Start gekommen ist. Liebe Grüße

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